GreenPlates+
Ein mobiles UX/UI-Konzept zum Entdecken und Reservieren von günstigem Überschussessen aus nahegelegenen Restaurants und Märkten.
GreenPlates+ ist ein mobiles Konzept für Überschussessen – zum Finden vergünstigter Mahlzeiten und Lebensmittelboxen aus nahegelegenen Restaurants und Märkten. Das Projekt begann als breit angelegte Nachhaltigkeits-App-Idee, doch sein eigentlicher UX-Wert ist konkreter: Menschen dabei zu helfen, Überschussangebote zu bewerten und zu reservieren, bevor das Abholzeitfenster schließt. Die Oberfläche musste eine schnelle, vertrauensbasierte Entscheidung unter realen Bedingungen ermöglichen: Standort, Timing, Lebensmittelqualität, Diätverträglichkeit und Preis.
Das Problem
Plattformen für Überschussessen bewegen sich zwischen Nachhaltigkeit und Alltagspraktikabilität. Nutzer:innen möchten vielleicht Lebensmittelverschwendung reduzieren und Geld sparen – die Entscheidung fällt aber trotzdem unter alltäglichen Bedingungen. Abholzeit, Lebensmittelqualität, Entfernung, Preistransparenz, Allergene und das Vertrauen in den Anbieter müssen alle beantwortet sein, bevor eine Reservierung sinnvoll ist. Die UX-Herausforderung liegt nicht im Auflisten günstiger Angebote. Sie liegt darin, jedes Angebot verständlich und handlungsreif zu machen, bevor es verloren geht.

Kern-Service-Flow
Das Konzept wurde um sechs Phasen strukturiert: nahegelegene Überschussangebote entdecken, vergleichen, Vertrauensdetails prüfen, reservieren und bezahlen, abholen, dann bewerten und Impact verfolgen. Diese Abfolge hielt das Produkt auf den tatsächlichen Entscheidungspfad der Nutzer:innen fokussiert, anstatt es als generische Essenslieferungs-Oberfläche zu behandeln.

Vertrauen und Entscheidung
Vor jeder Reservierung müssen Nutzer:innen vier Fragen beantworten: Ist es für mich relevant? Ist es sicher? Ist es praktisch? Lohnt es sich? Konkurrenzanalysen ähnlicher Apps zeigten wiederkehrende Schwachstellen in allen vier Bereichen: enttäuschende Lebensmittelqualität, fehlende Bestellungen, unklare Gebühren und Verwirrung über Servicebereiche. Die Designantworten des Konzepts adressieren jede Ebene direkt – durch Filter, sichtbare Allergeninformationen, Abholzeitfenster auf den Karten, transparente Preisgestaltung und Anbieterbewertungen.

Informationsarchitektur
Die ursprüngliche IA trennte Durchsuchen, Suche, Favoriten und Einstellungen – mehrere Kategorien überschnitten sich jedoch, und der Checkout-Pfad war unter einer Informationsseite vergraben. Die überarbeitete Struktur organisiert die App neu um die tatsächliche Aufgabenabfolge der Nutzer:innen: Standort festlegen, nahegelegene Angebote durchsuchen, Details prüfen, reservieren, bezahlen, abholen und bewerten. Restaurants und Märkte wurden zu Segmented Controls statt zu konkurrierenden Navigationsästen.

Wireframe-Prozess
Die Wireframes etablierten die grundlegende Layout-Logik vor jeglichen visuellen Entscheidungen: Splash, Login, Startseite mit Suche und Kategorien, standortbasierte Entdeckung, Restaurant-/Marktliste und Einstellungen. Diese Frames hielten strukturelle Entscheidungen von Oberflächenentscheidungen getrennt und verankerten die IA im tatsächlichen Bildschirmverhalten.

Von Erkenntnissen zu Verbesserungen
Ein aufgabenbasierter Usability-Walkthrough mit einer Testperson überprüfte die wesentlichen Flows: Login, Durchsuchen, Filtern, Angebotsdetail, Reservierung, Zahlung und Einstellungen. Er legte fünf konkrete Reibungspunkte offen, die die Interface-Iteration direkt geprägt haben: Zahlungskontrolle, Sprachunterstützung, Sprachsuchberechtigung, Filtertiefe und Impact-Sichtbarkeit.

Reflexion
GreenPlates+ ist ein studentisches UX/UI-Konzept mit einem breiten Prototyp und einem frühen Usability-Walkthrough. Sein Wert liegt darin zu zeigen, wie Lebensmittelverschwendungs-Recherche, lokaler Istanbul-Kontext, Informationsarchitektur und Interaktionsstruktur in einen fokussierten Entdeckungs-Reservierungs-Abholungsflow übersetzt werden können. Bei einer Weiterführung wäre der nächste Schritt: Tests mit mehr Nutzer:innen, Vereinfachung der Filterlogik, Validierung von Abholungs- und Zahlungserwartungen sowie Gestaltung des anbieterseitigen Einstellungsworkflows.
Das Interface verwendet eine weiche, grün-geprägte Bildsprache, bildstarke Angebotskarten, abgerundete Oberflächen und eine persistente Bottom-Navigation. Das Ziel war, die Entdeckung von Überschussessen lokal und zugänglich wirken zu lassen – bei gleichzeitig leicht erfassbaren Informationen zu Abholzeit, Preis, Anbietertyp und Reservierungsaktion.

Reservierungsjourney
Die fünf Kernscreens begleiten die Nutzer:innen vom Entdecken nahegelegener Angebote über das Prüfen von Details, die Reservierung, das Finden des Abholortes bis zur Impact-Bestätigung. Jeder Schritt ist so gestaltet, dass er den Entscheidungsaufwand genau in diesem Moment reduziert – anstatt alle Informationen auf einmal vorab zu laden.

Screen-System
Ausgewählte Screens zeigen die App in ihren wesentlichen Zuständen: Startseiten-Entdeckung, Marktlistings, Angebotsdetail, Warenkorb und Zahlung, Impact-Bestätigung und Bewertungen. Die Segmented Control für Restaurants/Märkte, das Filter-Modal und die Bottom-Navigation erscheinen in allen Zuständen konsistent.






Visuelle Grundlagen
Die Farbpalette basiert auf tiefem Waldgrün, Mint und einem gedämpften lila Akzent auf warmen Off-White-Oberflächen. Abgerundete Karten, bildgeführte Angebotsthumbnails und eine persistente Bottom-Navigation schaffen eine Bildsprache, die lokal und zugänglich wirkt – ohne auf generische Öko-Design-Klischees zurückzugreifen.
